Vergebung WT Nachforschungen
"Vergebung"
Zitate sind durch Anführungszeichen kenntlich gemacht und beziehen sich (wenn nicht anders angegeben) auf den 3.ten Studienartikel in dem Wachtturm vom August 2025 ab der Seite 8.
Es geht um das Thema:
„Warum es wichtig ist, Jehovas Vergebung anzunehmen“
Zitat der Überschrift auf Seite 15.
Der Fokus in diesem Studienartikel liegt auf, ich zitiere:
„Warum es wichtig ist, die Vergebung Jehovas anzunehmen, und wie die Bibel uns versichert, dass er Sündern, die bereuen, vergibt.“ – Zitat Ende
Diese Formulierung ist insofern interessant, da im vorangegangen Studien Artikel, wo es um die Liebe geht, im Abs. 9 stand:
„Wann immer du also die Bestätigung brauchst, dass Jehova dich liebt, frag dich: Liebe ich Jehova? Wenn das so ist und du dein Bestes gibst, ihm zu gefallen, dann hast du die Garantie, dass auch er dich sehr liebt (Dan. 9:4; 1. Kor. 8:3).“ - Zitat Ende.
Hier wurde ja der Eindruck vermittelt, dass man sein Bestes geben muss, um ihm zu gefallen und dann hat man die Garantie, dass er einen liebt. Als Text ist Dan. 9:4 angeben, der in der NWÜ so lautet:
„4 Ich betete zu meinem Gott Jehova, legte ein Bekenntnis ab und sagte: „O Jehova, du wahrer Gott, der groß und Ehrfurcht einflößend ist! Du hältst dich an deinen Bund und schenkst allen, die dich lieben und deine Gebote beachten, loyale Liebe.“ – Zitat Ende.
Ja, wenn man diesen Bibeltext so zugrunde legt, hört es sich so an, dass alle die Gott lieben und seine Gebote beachten, loyale Liebe von ihm geschenkt bekommen.
Der Umkehrschluss wäre der, dass wenn man Gott nicht liebt und seine Gebote nicht beachtet, bekommt man keine Liebe geschenkt. Bedenken wir das Verhältnis, dass ein Vater zu seinen Kindern hat. Wird ein Vater sein Kind nicht lieben, nur weil es sein Zimmer nicht aufräumt oder es mit dreckigen Schuhen durchs Wohnzimmer läuft?? Wird ein Vater sein Kind nicht mehr lieben, wenn es älter geworden ist und ein Alkohol oder Drogenproblem hat? Natürlich gibt es solche Väter und auch Mütter, die sich von ihren Kindern dann abwenden. Aber die allermeisten, werden Ihre Kinder doch weiterhin lieben, auch wenn Sie Fehler machen oder nicht das tun, was die Eltern von ihnen erwarten.
Und ausgerechnet Gott, der uns Menschen erschaffen hat und weiß, dass wir Sünder sind, soll uns nun nur lieben, wenn wie alle seine Gebote beachten und ansonsten nicht? Schauen wir daher mal in Dan. 9:4 in der Elberfelder Übersetzung nach, wie der Text dort lautet:
4 Und ich betete zum HERRN, meinem Gott, und ich bekannte und sprach: Ach, Herr, du großer und furchtbarer Gott, der Bund und Güte denen bewahrt, die ihn lieben und seine Gebote halten!
Gemäß dieser Übersetzung hört es sich so an, dass er für diejenigen, die ihn lieben und seine Gebote halten, den Bund und seine Güte aufbewahrt. Es hört sich aber nicht so an, als würde er nur die lieben, die ihn auch lieben und seine Gebote halten. Jesus hat mit seinen Jüngern einen Bund geschlossen, dass sie während der 1.000 Jahre, die er regieren wird, sie ebenfalls mit ihm regieren werden. Wer sich also würdig erweist, wird das Vorrecht haben, daran einen Anteil zu haben. Doch auch alle anderen Menschen wird die Liebe Gottes zuteilwerden, da er ihnen ihre Vergehungen vergibt. Sie werden halt nur nicht das Vorrecht haben mit Christus zu regieren.
Wenn ich dazu mal einen plumpen Vergleich anführen kann. Wenn ein Vater zu seinem 10-jährigen Sohn sagt: „Wenn Du Dein Zimmer aufgeräumt hast, dann darfst Du heute abend mit mir das Fussballspiel im Fernsehen anschauen, obwohl Du da sonst schon im Bett liegen solltest.“
Ob der Sohn nun das Zimmer aufräumt oder nicht, der Vater wird ihn weiterhin lieben, aber wenn er sein Zimmer aufgeräumt hat, dann darf er sich das Fussballspiel ansehen. Die Liebe ist ohne Bedingungen, das längere Aufbleiben und sich das Spiel anzusehen hat jedoch die Bedingung, vorher das Zimmer aufzuräumen.
Wenn man aber gläubigen Menschen einredet, dass sie nur die Liebe Gottes erhalten können, wenn sie genug für ihn tun, und in der Regel tut man es ja dann evt. nur für die Glaubensgemeinschaft oder deren Führer, dann hat der Gläubige immer ein schlechtes Gewissen. Warum? Weil er sich selbst unter Druck setzt und denkt, dass er nie genug tut oder er doch eigentlich mehr tun könnte. Weil er so denkt, denkt er nun auch, dass Gott ihn nicht liebt, weil er eben nicht sein Bestes gibt. Das ist wahrlich ein Teufelskreis. Und der Name des Kreises ist hier durchaus Programm.
Gehört nicht genau die Liebe dazu, dass wir einander vergeben können? Wäre Vergebung ohne Liebe überhaupt möglich? Ich denke nein und wenn es daher in diesem Studienartikel darum geht, dass Gott Menschen ihre Sünden vergibt, dann muss er sie logischerweise lieben. Ansonsten könnte er ihnen nicht vergeben. Was sagt die Bibel selbst dazu?
1Joh 4:10; Elb:
10 Hierin ist die Liebe: Nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn gesandt hat als eine Sühnung für unsere Sünden.
1Joh 4:8; Elb:
8 Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe.
Gott ist Liebe und er hat uns geliebt, als wir Sünder waren und nicht erst, wenn wir ihm dienen. Unser himmlischer Vater und sein Sohn haben alles getan, damit wir Vergebung erlangen können. Jesus hat dafür sogar sein Leben gelassen und die ganze Schande und den Schmerz ertragen, nur damit wir die Möglichkeit haben zu leben. Wer daher sagt, dass Gott nur die guten Menschen liebt, die seine Gebote halten, hat das Wesen Gottes immer noch nicht verstanden.
In den ersten beiden Absätzen wird das Beispiel von König David angeführt und das ist ein sehr gutes Beispiel. David hatte bereits sehr viele Frauen und hat dennoch die Frau eines anderen begehrt, seine Macht dazu missbraucht den Ehemann dieser Frau in die erste Kampflinie zu schicken, so dass er zwangsläufig getötet wurde. Warum hat er das gemacht? Damit er nun auch diese Frau noch in seine Gemächer führen konnte. Deswegen hat er dem Mann seine eine Frau weggenommen und ihn selbst auch noch getötet. Wenn man sich die Schwere dieser Sünden anschaut, dann zeigt es doch eindeutig, dass unser himmlischer Vater bereit ist zu vergeben. Auch solche schweren Verbrechen.
Der durchschnittlich gläubige Mensch in unserer Zeit hat solche schweren Verbrechen nicht begangen. Ehebruch, ja das kommt häufiger vor. Aber den Mann der begehrten Frau zu töten eher weniger. Viele begehen noch nicht mal Ehebruch, von daher ist anzunehmen, dass Gott auch unsere Sünden vergibt. Was hat Jesus zu diesem Thema seinen Jüngern gelehrt? Wir lesen:
Mat. 6:9-15; Elb:
9 Betet ihr nun so: Unser Vater, der ⟨du bist⟩ in den Himmeln, geheiligt werde dein Name; 10 dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden! 11 Unser tägliches Brot gib uns heute; 12 und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben; 13 und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns von dem Bösen! – 14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben; 15 wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euer Vater eure Vergehungen auch nicht vergeben.
Was mir gerade auffällt ist, dass dieses Mustergebet, in dem es ja auch um Vergebung geht, in diesem Artikel nicht einmal erwähnt wird. Das ist schon sehr bezeichnend, wenn man sieht, was im Vers 14 und 15 steht.
Wir können von unserem himmlischen Vater nämlich nur dann Vergebung erhalten, wenn auch wir anderen Menschen vergeben. Vers 15 muss ich hier nochmal zitieren, was die Folge ist, wenn man das nicht tut:
15 wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euer Vater eure Vergehungen auch nicht vergeben.
Somit gibt es eine Bedingung, um Vergebung zu erlangen, nicht bei der Liebe. Diese ist ohne Bedingung. Wenn wir aber unsere Sünden von Gott vergeben haben wollen, dann müssen auch wir den Menschen und zuallererst auch unseren Brüdern vergeben.
Im Absatz 5 wird das Beispiel von einem Mann in Korinth gebracht, der wegen sexueller Unmoral aus der Versammlung entfernt wurde. Dazu schreiben sie, ich zitiere:
„Als er später bereute, wollte Satan, dass die Versammlung hart reagiert und ihn nicht willkommen heißt, also nicht bereit ist zu vergeben. Gleichzeitig sollte der reumütige Mann das Gefühl haben, der Vergebung Jehovas nicht würdig zu sein.“ – Zitat Ende.
Es werden dazu zwei Bibeltexte aus 1.Kor. 5:1, 5 und 13 sowie 2.Kor. 2:5-11 angeführt. So sehr ich mich auch anstrenge, aber ich kann aus diesen Bibeltexten nicht herauslesen, dass Satan wollte, dass die Versammlung hart reagiert. Dass in den Versammlungen auch heute so hart reagiert wird, ja das stimmt. Allerdings kann ich dies nicht aus den Bibeltexten herauslesen. Ich zitiere daher die zweite Bibelpassage aus der Elberfelder Übersetzung:
2.Kor. 2:5-11
5 Wenn ⟨euch⟩ aber jemand traurig gemacht hat, so hat er nicht mich traurig gemacht, sondern zum Teil – damit ich nicht zu viel sage – euch alle. 6 Dem Betreffenden genügt diese Strafe von den meisten ⟨der Gemeinde⟩, 7 sodass ihr im Gegenteil vielmehr vergeben und ermuntern solltet, damit der Betreffende nicht etwa durch allzu große Traurigkeit verschlungen wird. 8 Darum ermahne ich euch, zu beschließen, ihm gegenüber Liebe ⟨zu üben⟩. 9 Denn dazu habe ich auch geschrieben, dass ich eure Bewährung kennenlernte, ob ihr in allem gehorsam seid. 10 Wem ihr aber etwas vergebt, ⟨dem vergebe⟩ auch ich; denn auch ich habe, was ich vergeben habe – wenn ich etwas zu vergeben hatte –, um euretwillen ⟨vergeben⟩ vor dem Angesicht Christi, 11 damit wir nicht vom Satan übervorteilt werden; denn seine Gedanken sind uns nicht unbekannt.
Genaugenommen hat Paulus hier die Brüder in Korinth dazu ermuntert zu vergeben, und zwar um ihretwillen. Warum? Weil wenn sie eben nicht vergeben würden, dann würden ja auch ihre Sünden nicht vor Gott vergeben werden und damit hätte der Satan wieder einen Punkt gemacht.
Nehmen wir doch noch mal den letzten Punkt aus dem Mustergebet und wenden diesen mal auf eine, möglicherweise für viele bekannte Situation an. Ähnlich der in der Versammlung in Korinth.
Mat. 6:15, Elb: 15 wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euer Vater eure Vergehungen auch nicht vergeben.
Stellt Euch vor, in der Versammlung wird von der Bühne bekannt geben, dass ein Bruder oder eine Schwester aus der Versammlung ausgeschlossen wurde. Mehr wird nicht gesagt. Es werden keine Gründe genannt oder welche Sünden derjenige begangen haben soll. Es wird nur gesagt, dass diese Person kein Teil der Gemeinschaft mehr ist.
In der Regel oder zumindest in der Vergangenheit wurde es dann so gehandhabt, dass niemand mehr mit dieser Person geredet bzw. ihr noch nicht mal einen Gruß entbietet hat, wenn man ihn zufälligerweise auf der Straße getroffen hat. Obwohl man nicht wusste, um was es eigentlich geht, hat sich der größte Teil der Gemeinschaft (wenn nicht sogar alle) daran beteiligt, keinen Umgang mehr mit diesem zu haben.
Wie kann man angesicht dieser Handlungsweise erwarten, dass Gott einem vergibt, wenn man nicht mal bei den eigenen Glaubensbrüdern vergibt, von denen man noch nicht mal weiß, was sie eigentlich falsch gemacht haben??? Was hat denn Paulus noch in dem angeführten Bibeltext gesagt? Ich wiederhole es sehr gerne:
2.Kor. 2:6-8; Elb:
6 Dem Betreffenden genügt diese Strafe von den meisten ⟨der Gemeinde⟩, 7 sodass ihr im Gegenteil vielmehr vergeben und ermuntern solltet, damit der Betreffende nicht etwa durch allzu große Traurigkeit verschlungen wird. 8 Darum ermahne ich euch, zu beschließen, ihm gegenüber Liebe ⟨zu üben⟩.
Er hat dazu aufgerufen, dass sich eben nicht alle an dieser Strafe beteiligen, sondern dass auch welche aus der Gemeinschaft da sind, die ihn ermuntern sollten. Er ermahnte sie dazu ihm gegenüber Liebe zu üben.
Daher ist es durchaus berechtigt sich selbst einmal in die Pflicht zu nehmen und sich zu fragen, ob man diese biblischen liebevollen Ratschläge oder vielmehr menschlich harte Richtlinien umgesetzt hat. Oder noch schlimmer, das, was in dem Absatz 5 gesagt wurde, ich zitiere noch einmal:
„Als er später bereute, wollte Satan, dass die Versammlung hart reagiert und ihn nicht willkommen heißt, also nicht bereit ist zu vergeben. Gleichzeitig sollte der reumütige Mann das Gefühl haben, der Vergebung Jehovas nicht würdig zu sein.“ – Zitat Ende.
Hier ein biblisches Zitat von Jesus Christus, dem Sohn Gottes, als es um eine Sünde in der Gemeinde ging. Diese Worte sind weltbekannt:
Joh 8,7 Als sie ihn nun beharrlich so fragten, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.
Vergleiche selbst die biblische Aussage mit den Aussagen in diesem Studienartikel. Stimmen sie wirklich über ein, was sie ja eigentlich sollten?
Im Absatz 6 kommt mir eine Aussage befremdlich vor, ich zitiere:
„6 Jehovas Vergebung anzunehmen, befreit von Schuldgefühlen.“
Es so auszudrücken, passt nicht zur Art um was es hier geht. Wenn ein Bruder sich bei uns entschuldigt und er uns dann fragt: „Nimmst Du bitte meine Entschuldigung an.“ Das macht Sinn, wenn wir jedoch aufgrund einer eigenen Sünde Schuldgefühle gegenüber Gott haben, dann stellt sich doch nicht die Frage, ob wir seine Vergebung annehmen. Natürlich würden wir sie annehmen. Es geht doch vielmehr um die Frage ob Gott uns die Vergebung gewährt.
Oder soll Gott uns etwa dankbar sein dafür, dass wir seine Vergebung annehmen, obwohl doch wir diejenigen waren, die gesündigt haben? Nein, wir sollten dankbar sein, wenn Gott uns Vergebung gewährt und von daher fand ich die Formulierung hier nicht passend.
Da das nächste Unterthema genau mit der Formulierung; „...Jehovas Vergebung anzunehmen“ – Zitat Ende; weiter geht, wollte ich darauf hinweisen. Denn im Abs. 7 schreiben sie, ich zitiere:
„Würde solch ein Gott jemandem, der aufrichtig bereut hat, seine Vergebung verweigern? Niemals.“ – Zitat Ende.
Genau, Gott würde einem reuigen Sünder seine Vergebung nicht verweigern. Niemals. Absolut richtig und genauso würde ein reuiger Sünder auch niemals die Vergebung nicht annehmen, wenn er sie bekommen soll. Das ist doch der Grund dafür, dass der Sünder Reue zeigt. Er möchte die Vergebung von Gott erlangen und wenn Gott sie einem dann gewährt, würde er zögern sie anzunehmen???? Das passt doch überhaupt nicht zusammen. Eigentlich hätte man sich den ganzen Artikel zu diesem Thema schenken können.
Es gibt zwei Arten von Sündern:
1.Jemand sündigt gegen Gott, aber ihm ist das vollkommen egal wie Gott das findet oder wie er über ihn denkt. Er würde sich deshalb auch kein schlechtes Gewissen machen, weil es ihm einfach egal ist. Daher ist es ihm auch egal, ob Gott ihm vergibt oder nicht. Er verschwendet daran keinen Gedanken.
2.Jemand sündigt gegen Gott, hat deshalb ein schlechtes Gewissen und bereut seine Tat. Daher betet er zu Gott um Vergebung und ja selbstverständlich, wenn Gott ihm diese Vergebung gewährt, wird er sie dankbar annehmen.
Aber ganz sicher wird er Gott nicht zappeln lassen und sagen:
„Oh Gott, Du möchtest mir Vergebung gewähren? Soll ich so freundlich sein und sie annehmen, damit Du Dich gut fühlst?“
Oder
„Kannst Du noch einen Moment warten, ich möchte mir das erst gut überlegen, ob ich Deine Vergebung wirklich will!“
Nein natürlich nicht, wenn jemand seine Sünde bereut, wie die Person aus Punkt 2 und Gott um Vergebung bittet, ihn vielleicht sogar im Gebet anfleht, der wird sofort zugreifen, wenn Gott ihm diese Vergebung gewährt.
Der Person aus Punkt 1 hingegen ist es völlig egal, zumindest, solange er noch keine Probleme hat oder er nicht in Todesangst liegt. Denn wenn das passiert, dann bekommen viele Menschen Angst und bereuen noch auf dem Sterbebett, dass sie vielleicht noch kurz vor Schluss Vergebung erhalten.
In Abs. 8 steht im ersten Satz: „Wir können sicher sein, dass sich Jehova nie falsch darstellen würde.“ – Zitat Ende.
Ja, bei unserem himmlischen Vater und Jesus trifft das absolut zu. Beim Teufel und seinen Dämonen und den vielen menschlichen Handlangern sieht es hingegen völlig anders aus. Siehe den Artikel „Antichrist der Doppelagent“:
https://www.bruderinfo.com/triologie-nr3-antichrist-der-doppelagent
Daher steht in der Bibel:
1Joh 4,1; Elb: Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen.
Im Grunde ist es ganz einfach. Johannes sagt prüft die Geister, wir würden heute sagen: Prüft die Aussagen, egal ob mündlich oder schriftlich, ob Sie mit dem biblischen Geist (Wort) übereinstimmen. Wenn ja, stammen sie von Gott, wenn nein, dann handelt es sich um falsche Propheten. Falsch ist das Gegenteil von Richtig, so wie Lüge das Gegenteil von Wahrheit ist.
Im Absatz 9 wird auf David verwiesen, dass Gott ihm seine Sünden verziehen hat. Wenn man den Psalm 32 liest, taucht nicht mal ansatzweise eine Formulierung auf, die beschreibt das David die Vergebung von Gott eventuell doch nicht annehmen wollte. Warum auch, der Gedanke stellt sich einem reuigen Sünder doch gar nicht.
Im Absatz 10 wird auf Ps. 86:5 hingewiesen und diesen möchte ich aus der NWÜ zitieren:
Ps. 86:5; NWÜ: „Du, o Jehova, bist nämlich gut und vergibst gern. Du bist reich an loyaler Liebe für alle, die dich anrufen.“
Warum muss ich hier eine andere Bibelübersetzung zum Vergleich zitieren?
Ps. 86:5; Elb: 5 Denn du, Herr, bist gut und zum Vergeben bereit, groß an Gnade gegen alle, die dich anrufen.
Da haben wir wieder den gleichen Fall. In der NWÜ würde der Sinn des Textes lauten, dass Gott nur denen gegenüber reich an loyaler Liebe ist, die ihn anrufen. Gemäß der Elberfelder Bibel hingegen bedeutet es, dass Gott groß an Gnade ist gegen alle die ihn anrufen. Somit bleibt bei der Elberfelder Bibel die Liebe für alle Menschen, aber die Gnade nur für die Menschen, die ihn anrufen. Gott anrufen bedeutet zum Beispiel das man zu ihm betet und wenn man zu ihm um Gnade betet, weil man gesündigt hat, dann wird Gott das auch vergeben. Die Liebe Gottes zu allen Menschen, auch denen die ihn nicht anrufen ist jedoch immer da. Woher wissen wir das so genau?
Joh. 3:16; Elb: 16 Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
Jetzt muss ich doch den gleichen Text nochmal aus der NWÜ zitieren:
John 3:16; NWÜ: Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einziggezeugten Sohn gegeben hat, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht vernichtet wird, sondern ewiges Leben hat.
Auch hier gibt es eine gravierende Änderung, die einem vielleicht nicht auffällt, wenn man nicht mal eine andere Übersetzung benutzt.
In der NWÜ steht, dass wenn man an Jesus glaubt, nicht vernichtet wird, sondern ewiges Leben hat, in der Elb. Steht, dass wenn man an Jesus glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Warum ist diese Aussage so wichtig? Weil wenn man vernichtet ist, ist man weg für immer, eben vernichtet. Wenn man jedoch verloren geht, dann kann man auch wieder gefunden werden. Eine Vernichtung ist endgültig, verloren zu sein eben nicht. Nimmt man nun die biblische Lehre von der 1.ten und 2.ten Auferstehung hinzu, dann wird klar, worum es geht.
Alle Menschen, die die Erfordernisse für die erste Auferstehung erfüllen, bekommen zu diesem Zeitpunkt bereits ewiges Leben. Da die Auferstehung der Gerechten und der Ungerechten zum gleichen Zeitpunkt, beim Schall der 7.ten Posaune erfolgt, könnte man folgenden Schluss ziehen:
Die Ungerechten sind für die erste Auferstehung verloren, denn da kommen ja nur die Gerechten rein, aber am Ende der 1.000 Jahre, könnten Sie in der 2.ten Auferstehung wieder gefunden werden und so dann doch noch in den Genuß des ewigen Lebens kommen oder eben nicht, wenn sie das nicht wollen und immer noch gegen Gott rebellieren. Aber zum Zeitpunkt der Auferstehung der Gerechten und der Ungerechten, können sie nicht vernichtet werden, denn dann wird überhaupt keine 2.te Auferstehung mehr benötigt. Denn es sind ja alle vernichtet worden, wer soll da dann in der 2.ten Auferstehung ewiges Leben bekommen? Ist keiner mehr da außer den Gerechten und die haben dann ja schon ewiges Leben.
Ein einzelnes Wort hat so eine gravierende Auswirkung auf religiöse Lehren in Verbindung mit der Auferstehung. Ich zitiere den Satz nochmal aus der NWÜ und ziehe einen Umkehrschluss, der dann gewisse Lehren ad absurdum führt:
„….damit jeder, der an ihn glaubt, nicht vernichtet wird, sondern ewiges Leben hat.“- Zitat Ende.
Der Umkehrschluss wäre ja dann:
Damit jeder der nicht an ihn glaubt, vernichtet wird und kein ewiges Leben hat!
Wenn dieser Satz in der NWÜ richtig wäre, dann gibt es keine Auferstehung der Ungerechten, es gibt niemanden auf der Erde, während der 1.000 Jahre, der nicht ewig lebt. Es gibt auch keine 2.te Auferstehung, denn alle anderen Menschen wären vernichtet worden.
Was hat Johannes gesagt, ich wiederhole es nochmal:
1Joh 4,1; Elb: Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen.
In den Absätzen 12-14 wird gesagt, dass Gott ja weiß, dass wir Staub sind und das somit auch berücksichtigt, wenn es darum geht, ob er einem Menschen seine Sünde vergibt oder eben nicht. Ja das mag sicherlich dazu beitragen, aber das entscheidende, woran Gott bei der Beurteilung unserer Sünden denkt, ist das, was Jesus gesagt hat, ich wiederhole das Mustergebet noch einmal:
Mat. 6:9-15; Elb:
9 Betet ihr nun so: Unser Vater, der ⟨du bist⟩ in den Himmeln, geheiligt werde dein Name; 10 dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden! 11 Unser tägliches Brot gib uns heute; 12 und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben; 13 und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns von dem Bösen! – 14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben; 15 wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euer Vater eure Vergehungen auch nicht vergeben.
Egal ob Gott im Auge behält, dass wir aus Staub und unvollkommen sind. Er vergibt uns, wenn auch wir unseren Mitmenschen vergeben. Sind wir nicht dazu bereit, ist er auch nicht bereit uns zu vergeben. Ich kann ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, dass bei diesem Thema der Vergebung, dieser Bibeltext nicht ausführlich behandelt, ja noch nicht ein mal erwähnt wird. Für mich sind die Grundlagen der Vergebung hier deutlicher genannt, als wenn man den Lebenslauf von David betrachtet.
Einen Satz aus Abs. 14 möchte ich noch zitieren:
„Doch wenn Jehova vergibt, ist es so, als würde ein Geruch spurlos verschwinden – es bleibt nichts mehr übrig, was ihn an die Sünde erinnern oder ihn veranlassen könnte, sie uns anzulasten…“ - Zitat Ende.
Wenn man, doch genau weiß, wie Gott unsere Sünden vergibt, er sie also vergisst, wie kann man dann gegenüber seinen Mitbrüderen hartherzig sein und ihn Wochen oder sogar monatelang nicht zu grüßen, er sich möglichst hinten in die letzte Reihe zu setzen hat usw.. So war es jedenfalls noch als ich dabei war. Vielleicht hat sich das jetzt geändert, doch wenn Gott sich nicht ändert, hätte es zu keiner Zeit so sein dürfen. Zumindest nicht bei den Personen die sich von Gottes heiligem Geist leiten lassen. Dazu fällt mir übrigens auch ein interessantes Gleichnis ein, dass Jesus erzählt hat:
Es ist das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht und hat ebenfalls mit Vergebung zu tun, wird aber auch nicht in diesem Studienartikel erwähnt.
Mat.18:21-35; Elb.:
21 Dann trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder, der gegen mich sündigt, vergeben? Bis siebenmal? 22 Jesus spricht zu ihm: Ich sage dir: Nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmal sieben⟨mal⟩! 23 Deswegen ist es mit dem Reich der Himmel wie mit einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. 24 Als er aber anfing abzurechnen, wurde einer zu ihm gebracht, der zehntausend Talente schuldete. 25 Da er aber nicht zahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und die Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und ⟨damit⟩ zu bezahlen. 26 Der Knecht nun fiel nieder, bat ihn kniefällig und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, und ich will dir alles bezahlen. 27 Der Herr jenes Knechtes aber wurde innerlich bewegt, gab ihn los und erließ ihm das Darlehen. 28 Jener Knecht aber ging hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldig war. Und er ergriff und würgte ihn und sprach: Bezahle, wenn du etwas schuldig bist! 29 Sein Mitknecht nun fiel nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, und ich will dir bezahlen. 30 Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er die Schuld bezahlt habe. 31 Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt und gingen und berichteten ihrem Herrn alles, was geschehen war. 32 Da rief ihn sein Herr herbei und spricht zu ihm: Böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest. 33 Solltest nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmt haben, wie auch ich mich deiner erbarmt habe? 34 Und sein Herr wurde zornig und überlieferte ihn den Folterknechten, bis er alles bezahlt habe, was er ihm schuldig war. 35 So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen vergebt.
Trifft dieses Gleichnis nicht genau auf die Situation zu, dass ein Mitbruder zwar schon bereut hat, aber dennoch nicht wie ein vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft behandelt wird? Urteilt selbst und denkt bitte über den Vers 35 nach. Dieses Gleichnis ist ebenfalls sehr wichtig, wenn wir möchten, dass Gott unsere Sünden vergibt.
Damit möchte ich hier enden. Über den Bibeltext Joh. 3:16 aus der NWÜ bin ich ja darauf gestoßen, dass wenn das Wort „vernichtet“ dort richtig wäre, viele biblische Lehren überhaupt keine Grundlage mehr hätten. Solche Texte gibt es ja sehr viele und ich werde einige dieser Texte demnächst mal zusammenstellen und prüfen, welche religiösen Lehren sich dann in Luft auflösen, wenn die Übersetzung richtig wäre. Bedenken wir immer, dass „vernichten“ oder „Vernichtung“ etwas endgültiges ist.
Autor: Bruder W.F.


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