IST HARMAGEDON DER WELTUNTERGANG?
Bruderinfo • 17. Dezember 2017
Ist Harmagedon der Weltuntergang?
Fast jeder kennt das Wort“Harmagedon“ oder „Armagedon“. Es stammt aus der Bibel undwird mit unter auch durch gleichnamige Filme mit dem Ende der Weltgleichgesetzt. Nun fragte ich mich, was denn in der Bibel bezüglich Harmagedongeschrieben steht und was christliche Religionen darunter verstehen. DiesesWort kommt in der Bibel nur einmal vor. Und zwar in der Offenbarung, dieJohannes gegeben wurde. Nun habe ich folgende Erklärung über Harmagedon bei denZeugen Jehovas gefunden auf JW.ORG Zitat:
„5 Die Religion wird angegriffen. Paulus schrieb: „Wann immer sie sagen:‚Frieden und Sicherheit!‘, dann wird plötzliche Vernichtung sie überfallen.“Wie ein Donnerschlag nach einem Blitz wird die „plötzliche Vernichtung“ direktauf die Ankündigung „Frieden und Sicherheit!“ folgen. Was wird vernichtet?Als Erstes „Babylon die Große“, das Weltreich der falschen Religion — auch alsProstituierte beschrieben (Offb. 17:5, 6, 15).
6 Wer wird „Babylon die Große“ angreifen? Ein „wildes Tier“ mit„zehn Hörnern“. Aus dem Bibelbuch Offenbarung lässt sich ableiten, dass es sichbei dem wilden Tier um die Vereinten Nationen (UN) handelt. Die zehn Hörnerstehen für alle aktuellen politischen Mächte, die dieses „scharlachfarbenewilde Tier“ unterstützen (Offb. 17:3, 5, 11, 12). Wie verheerend wird derAngriff sein? Die Mitgliedsstaaten der UN werden den Reichtum derProstituierten plündern, sie verschlingen und „gänzlich mit Feuer verbrennen“.(Lies Offenbarung 17:16.)“
Quelle: Buch „Gottes Königreich regiert“ Kapitel 21 “ GottesKönigreich besiegt seine Feinde“ Absatz 5
https://www.jw.org/de/publikationen/buecher/gottes-koenigreich/gottes-versprechen/koenig-besiegt-feinde/
„Was ist die Schlacht von Harmagedon?
Der Ausdruck „Schlacht von Harmagedon“ bezeichnet den Schlusskampf zwischenGott und den Regierungen hier auf der Erde. Diese Regierungen und ihre Anhängererkennen das Reich Gottes (die Regierung Gottes) bis heute nicht an und stellensich damit gegen Gott (Psalm 2:2). Die Schlacht von Harmagedon wird allen vonMenschen gebildeten Regierungen ein Ende machen (Daniel 2:44).
… Die Schlacht von Harmagedon wird nicht nur in einembestimmten Gebiet stattfinden, sondern die ganze Erde betreffen
… Harmagedon, auch bekannt unter dem Namen „Armageddon“ (Hebräisch: HarMeghiddṓn), bedeutet wörtlich „Berg von Megiddo“. Megiddo war eine Stadt imalten Israel. Die Geschichte berichtet von entscheidenden Schlachten, die inder Umgebung dieser Stadt ausgetragen wurden; manche davon werden auch in derBibel erwähnt (Richter 5:19, 20; 2. Könige 9:27; 23:29).
… Ist Harmagedon der Weltuntergang? Harmagedon wirdnicht der Untergang unseres Planeten sein, denn die Bibel sagt, dass die Erdefür immer das Zuhause der Menschen bleiben wird (Psalm 37:29; 96:10; Prediger1:4). In der Schlacht von Harmagedon wird auch nicht die Menschheitausgelöscht. Im Gegenteil: „Eine große Volksmenge“ wird überleben – allesMenschen, die Gott dienen (Offenbarung 7:9, 14; Psalm 37:34).
… In diesem Sinn wird Harmagedon also tatsächlich „dasEnde der Welt“ sein — das Ende für gottlose Menschen.“
Quelle: Artikel unter JW.ORG
https://www.jw.org/de/bibel-und-praxis/fragen/schlacht-von-harmagedon/
–Zitat Ende
Das hört sich richtig einleuchtend an. Zuerst wird „Babylon die Große“ von ungläubigen Menschen, hier als UN interpretiert, zerstört. Und danach erfolgt Harmagedon. Der Kampf zwischen Gottes Heer und den ungläubigen Menschen auf der Erde. Oder solchen, die eben nicht einer speziellen christlichen Religion angehören. Nur die überleben diese Schlacht von Harmagedon, die Gott dienen und somit zur „großen Volksmenge“ gehören. Und die meisten Mitglieder der Kirche der Zeugen Jehovas sehen sich als Einzige, die Harmagedon überleben werden. Und man schaue sich die vielen Bibeltexte an, die diese Interpretation unterstützen sollen.
Nun bin ich von Natur ein neugieriger Beröerchrist. Und ich möchte mir anhand der Bibel mein eigenes Bild von Harmagedon machen. Also beginne ich in Gottes Wort über Harmagedon selbst nachzulesen. Dieses Wort Harmagedon kommt ja nur einmal in der Bibel vor:
Offenbarung 16:12-16 (ELB)
12 Und der sechste goss seine Schale aus auf den großen Strom Euphrat; und sein Wasser vertrocknete, damit der Weg der Könige von Sonnenaufgang her bereitet wurde.
13 Und ich sah aus dem Mund des Drachen und aus dem Mund des Tieres und aus dem Mund des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, wie Frösche;
14 denn es sind Geister von Dämonen, die Zeichen tun, die ausziehen zu den Königen des ganzen Erdkreises, sie zu versammeln zu dem Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen.
15 – Siehe, ich komme wie ein Dieb. Glückselig, der wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt umhergehe und man nicht seine Schande sehe!
16 Und er versammelte sie an den Ort, der auf Hebräisch Harmagedon heißt.
Das erste, was mir beim Lesen auffällt, ist die Nummerierung der Schalen des Grimmes Gottes. Harmagedon ist die sechste Schale. Anders bei einem der sieben Siegel, weiß man bei den Siegeln nicht, welches Siegel gerade gebrochen wurde. War es das Mittlere, das zweite von links oder das am rechten Rand. Wenn also die Schalen des Grimmes Gottes nummeriert sind, so muss die Reihenfolge ganz wichtig sein, damit sichergestellt ist, dass man sie nicht vertauscht. Gut, Also das Versammeln der Könige am Berg von Megiddo ist die „sechste“ Schale.
Doch ich bin ein neugieriger Mensch und stelle mir die Frage, ob nach Harmagedon noch eine siebte Schale folgt. Und so lese ich in der Offenbarung weiter:
Offenbarung 16:17-21 (ELB)
17 Und der siebente goss seine Schale aus in die Luft; und es kam eine laute Stimme aus dem Tempel vom Thron her, die sprach: Es ist geschehen.
18 Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner; und ein großes Erdbeben geschah, desgleichen nicht geschehen ist, seitdem ein Mensch auf der Erde war, ein so gewaltiges, so großes Erdbeben.
19 Und die große Stadt wurde in drei Teile gespalten, und die Städte der Nationen fielen, und der großen Stadt Babylon wurde vor Gott gedacht, ihr den Kelch des Weines des Grimmes seines Zornes zu geben.
20 Und jede Insel verschwand, und Berge wurden nicht gefunden.
21 Und ein großer Hagel, wie zentnerschwer, fälltaus dem Himmel auf die Menschen nieder; und die Menschen lästerten Gottwegen der Plage des Hagels, denn seine Plage ist sehr groß.
Das erste, was einem Bibelleser ins Auge sticht ist die Tatsache, dass es nachdem Zeitabschnitt von Harmagedon, also der sechsten Schale, Babylon noch gibtund sie in Harmagedon (sechste Schale) weder angegriffen wurde noch zerstörtwurde. Und wenn in diesem siebten Zeitabschnitt Babylon von Seiten des wildenTieres mittels des Willen Gottes gedacht wird (Off. 17:16-18), gibt es auchnach dieser Sache Menschen, die Gott lästern wegen der Plagen.
Also Moment! Da kann doch etwas mit der Bibel erklärenden Interpretation vonJehovas Zeugen nicht stimmen. Die behaupten doch, dass zuerst Babylon angegriffenund zerstört wird. Das dieses der Auftakt zu Harmagedon ist. Und erst nach demAngriff auf Babylon Harmagedon beginnt, die Schlacht Gottes mit der Menschheit.Moment, wie war das noch einmal mit dem einfachen Zählen von 1 bis 7? 1 2 3 4 57 6? Da stimmt doch was nicht! Da ist was faul im Staate Dänemark, wiees William Shakespeare schrieb.
Also muss ich mich auf die Bibel verlassen und deren Wort zur Findung derWahrheit benutzen. Auf JW.ORG finde ich daoffensichtlich nicht die Wahrheit. Wenn etwas in der Offenbarung nummeriertwurde, so dient es mir dazu die Dinge in eine zeitliche Reihenfolge zu bringen.Zuerst Harmagedon, das versammeln der Könige am Berg von Megiddo. Und danachdas Gedenken der Gräueltaten von Babylon der Großen, der großen Stadt. Unddanach sind immer noch Menschen am Leben, die Gott lästern.
Was ist dann Harmagedon? Der Untergang der Welt? Oder haben die Filmemacher undauch die Zeugen Jehovas da etwas total falsch verstanden. Haben da etwas miteinanderverwechselt. Vielleicht haben sie Harmagedon mit dem Großen Krieg des TagesGottes bei Beginn der 1000 Jahre verwechselt. Das sind zwei ganzunterschiedliche Dinge. Und auch zeitlich unterschiedlich, bewiesen durch dieNummerierung in der Offenbarung.
Der Krieg bricht also nach Harmagedon, dem Versammeln am Berg von Meggido aus.Aber wer wird in diesem Krieg sein Leben für immer verlieren? In den Feuerseegeworfen, wo es kein Zurück mehr geben wird? Und da kommt mir die Antwort ausder Offenbarung des Johannes in den Sinn. Man kann die Antwort auf diese Fragebuchstäblich ablesen:
Off. 20:19-20
19 Und ich sah das wilde Tier und die Könige der Erde und ihre Heereversammelt, um Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferd sitzt, und mit seinemHeer.
20 Und das wilde Tier wurde gefasst und mit ihm der falsche Prophet,der vor ihm die Zeichen tat, durch die er die irreführte, welche dasKennzeichen des wilden Tieres empfingen, und die, die seinem Bild Anbetungdarbringen. Noch lebendig wurden sie beide in den Feuersee geschleudert, dermit Schwefel brennt.
Aha, also nur zwei Dinge werden fürimmer ab diesem Zeitpunktverschwinden: Das wilde Tier und derfalsche Prophet. Dann hoffen wir mal, dass niemand der von den hierLesenden etwas Falsches im Namen Gottes prophezeit hat. Und eines ist nun fürmich durch diesen Bibeltext ganz klar; Die Heere und die Könige sindversammelt, bevor es zur Schlacht zu Beginn der 1000 Jahre mit Jesus kommt.Also ist das vorherige Versammeln am Berg von Megiddo (Harmagedon) zeitlich einMuss, bevor es zum wirklichen Kampf kommen kann. Harmagedon ist dieVorbedingung für den Kampf, der ausgetragen wird.
Und was geschieht mit den Übrigen? Gibt es überhaupt Übrige? Also nach demKrieg zum Anfang der 1000 Jahren? Die Bibel sagt es mir, dass es auch nochÜbrige gibt, die nicht in den Feuersee geworfen werden:
Off. 20:21 (NWÜ)
21 Die ÜBRIGEN aber wurden mit dem langen Schwert getötet, das ausdem Mund dessen hervorging, der auf dem Pferd saß. Und alle Vögel wurden vonihren Fleischteilen gesättigt.
Also gibt es ÜBRIGE! Interessant finde ich die Aussage, dass die Übrigen zwar getötet werden, aber nicht in den Feuersee geworfen werden. Also nichts Unumkehrbares. Und da bemerke ich gerade, dass in der Offenbarung, wenn Jesus und sein Schwert erwähnt werden, dieses Schwert niemals von seiner Seite in seiner Hand liegt. Es kommt immer aus seinem Mund. Seinem Mund? Worte wie Schwertstiche. „Du bist momentan für mich tot! Arbeite an dir. Es besteht noch Hoffnung, denn du bist nicht im Feuersee.“
Das würde bedeuten, dass es nach dem Krieg zu Beginn der 1000 Jahre es noch Menschen gibt, die zwar in den Augen Gottes nicht leben, oder das ewige Leben erreicht haben, aber trotzdem atmen, existieren und herumlaufen. Also in den Augen Gottes und Jesu tot sind, wie auch Adam in den Augen Gottes tot war, bevor er physisch verstorben ist.
Gibt es für diese Annahme evtl. Bibelstellen, dass es die weltlichen Nationen auch nach dem ersten Krieg zu Beginn des Königreiches noch gibt? Und da kommen mir wieder Bibelstellen in den Sinn:
Off. 22:1-3 (NWÜ)
Und er zeigte mir einen Strom von Wasser des Lebens, klar wie Kristall, der vom Thron Gottes und des Lammes aus hinab floss.
2 in der Mitte ihrer breiten Straße. Und diesseits des Stromes und jenseits
[standen]
Bäume des Lebens, die zwölf Fruchternten hervorbringen, indem sie jeden Monat ihre Früchte geben. Und die Blätter der Bäume [dienten] zur Heilung der NATIONEN.
3 Und es wird keinen Fluch mehr geben, sondern der Thron Gottes und des Lammes wird in [der Stadt] sein, und seine Sklaven werden ihm heiligen Dienst darbringen.
Also das letzte Kapitel der Offenbarung und der Bibel sagt hier ganz klar, dass es die Nationen noch geben wird, wenn es keinen Fluch von Seiten Gottes mehr gibt. Wie heißt es im Kapitel zuvor:
Off. 21:3, 4 (NWÜ)
Dann hörte ich eine laute Stimme vom Thron her sagen: „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker (Mehrzahl = Nationen) sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein.
4 Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.“
Bis hierhin ist für mich als Beröerchrist, der anhand der Bibel prüft, ob gewisse Interpretationen von Kirchen richtig sind, eines ganz klar geworden:
Was da auf JW.ORG alsWahrheit über Harmagedon gelehrt wird, kannnicht stimmen. Erst kommt Harmagedon. Dann wird Babylon der Großen durchdas wilde Tier gedacht. Nach der Zahl fünf folgt die sechs , und nicht die Zahlsieben. Ganz egal, wie logisch es sich erstmals anhört. 1 2 3 4 5 6 7, so istdas einfache ein mal eins. Und erstdanach kommt der erste Krieg Gottes am Anfang der 1000 Jahre mit dem wildenTier und dem falschen Propheten. Und in diesem Krieg werden lediglich das wilde Tier und der falscheProphet für immer beseitigt. Nicht die ÜBRIGEN, die NATIONEN. Die sindweiterhin noch da. Aber unter der Macht des Königreiches, um was wir imVaterunser beten. Oder wie sagt es Jes. 2:4, aus der NWÜ zitiert:
4 Und er wird gewiß Rechtsprechen unter den Nationen und die Dinge richtigstellen hinsichtlich vielerVölker. Und sie werden IHRE Schwerter zu Pflugscharen schmieden müssenund IHRE Speere zu Winzermessern. Nation wird nicht gegen Nation [das]Schwert erheben, auch werden sie den Krieg nicht mehr lernen.
Also kein Massaker an der Menschheit am ersten Krieg des Königreiches, das aufunabsehbare Zeit bestehen wird. Keine 8 Milliarden Tote an diesem Zeitpunkt.Also auch keine Angst vor diesem Tag. Und bitte nicht diesen Tag des Beginnsmit Harmagedon verwechseln. Harmagedon ist erst die Vorbedingung, diegeschaffen werden muss, damit alles Übrige geschehen kann. Harmagedon ist nurdie Versammlung von Menschen, die Könige sein könnten, sich aber gegen Gottentschieden haben. Harmagedon ist kein Zeitpunkt, sondern ein Ort desVersammelns. Am Berg von Megiddo.
Was ist nun Harmagedon? Wer ist es? Wie bringt Harmagedon alles in Gang? Lebenwir bereits in Harmagedon? Sind die Könige bereits an diesem Berg versammelt?Und wir haben es vielleicht nicht verstanden? Sind die versammelten Königemenschliche Herrscher, oder Personen, die eine himmlische Königschaft inAussicht gestellt wurde? Welche Bibelstellen findet man noch zum Wort Megiddo?Sind das immer nur positive?
All diese Fragen sollte ein weiterer Artikel klären: Was ist Harmagedon. Aber eins sollte hier ganz klar biblischbewiesen sein, dass sich niemand, auchniemand aus den Nationen, die nicht an Gott glauben, vor Harmagedon zu fürchtenbraucht. Harmagedon, bzw. der erste Krieg am Anfang der 1000 Jahre ist keinMassaker an der Menschheit, wo fast alle getötet werden, bis auf ein paarMenschen, die sich einer speziellen Kirche zugehörig fühlen. Ich würde michfreuen, wenn die Lesenden sich auch den zweiten Artikel durchlesen und biblischgenau prüfen.
Autor: RBM
Fast jeder kennt das Wort“Harmagedon“ oder „Armagedon“. Es stammt aus der Bibel undwird mit unter auch durch gleichnamige Filme mit dem Ende der Weltgleichgesetzt. Nun fragte ich mich, was denn in der Bibel bezüglich Harmagedongeschrieben steht und was christliche Religionen darunter verstehen. DiesesWort kommt in der Bibel nur einmal vor. Und zwar in der Offenbarung, dieJohannes gegeben wurde. Nun habe ich folgende Erklärung über Harmagedon bei denZeugen Jehovas gefunden auf JW.ORG Zitat:
„5 Die Religion wird angegriffen. Paulus schrieb: „Wann immer sie sagen:‚Frieden und Sicherheit!‘, dann wird plötzliche Vernichtung sie überfallen.“Wie ein Donnerschlag nach einem Blitz wird die „plötzliche Vernichtung“ direktauf die Ankündigung „Frieden und Sicherheit!“ folgen. Was wird vernichtet?Als Erstes „Babylon die Große“, das Weltreich der falschen Religion — auch alsProstituierte beschrieben (Offb. 17:5, 6, 15).
6 Wer wird „Babylon die Große“ angreifen? Ein „wildes Tier“ mit„zehn Hörnern“. Aus dem Bibelbuch Offenbarung lässt sich ableiten, dass es sichbei dem wilden Tier um die Vereinten Nationen (UN) handelt. Die zehn Hörnerstehen für alle aktuellen politischen Mächte, die dieses „scharlachfarbenewilde Tier“ unterstützen (Offb. 17:3, 5, 11, 12). Wie verheerend wird derAngriff sein? Die Mitgliedsstaaten der UN werden den Reichtum derProstituierten plündern, sie verschlingen und „gänzlich mit Feuer verbrennen“.(Lies Offenbarung 17:16.)“
Quelle: Buch „Gottes Königreich regiert“ Kapitel 21 “ GottesKönigreich besiegt seine Feinde“ Absatz 5
https://www.jw.org/de/publikationen/buecher/gottes-koenigreich/gottes-versprechen/koenig-besiegt-feinde/
„Was ist die Schlacht von Harmagedon?
Der Ausdruck „Schlacht von Harmagedon“ bezeichnet den Schlusskampf zwischenGott und den Regierungen hier auf der Erde. Diese Regierungen und ihre Anhängererkennen das Reich Gottes (die Regierung Gottes) bis heute nicht an und stellensich damit gegen Gott (Psalm 2:2). Die Schlacht von Harmagedon wird allen vonMenschen gebildeten Regierungen ein Ende machen (Daniel 2:44).
… Die Schlacht von Harmagedon wird nicht nur in einembestimmten Gebiet stattfinden, sondern die ganze Erde betreffen
… Harmagedon, auch bekannt unter dem Namen „Armageddon“ (Hebräisch: HarMeghiddṓn), bedeutet wörtlich „Berg von Megiddo“. Megiddo war eine Stadt imalten Israel. Die Geschichte berichtet von entscheidenden Schlachten, die inder Umgebung dieser Stadt ausgetragen wurden; manche davon werden auch in derBibel erwähnt (Richter 5:19, 20; 2. Könige 9:27; 23:29).
… Ist Harmagedon der Weltuntergang? Harmagedon wirdnicht der Untergang unseres Planeten sein, denn die Bibel sagt, dass die Erdefür immer das Zuhause der Menschen bleiben wird (Psalm 37:29; 96:10; Prediger1:4). In der Schlacht von Harmagedon wird auch nicht die Menschheitausgelöscht. Im Gegenteil: „Eine große Volksmenge“ wird überleben – allesMenschen, die Gott dienen (Offenbarung 7:9, 14; Psalm 37:34).
… In diesem Sinn wird Harmagedon also tatsächlich „dasEnde der Welt“ sein — das Ende für gottlose Menschen.“
Quelle: Artikel unter JW.ORG
https://www.jw.org/de/bibel-und-praxis/fragen/schlacht-von-harmagedon/
–Zitat Ende
Das hört sich richtig einleuchtend an. Zuerst wird „Babylon die Große“ von ungläubigen Menschen, hier als UN interpretiert, zerstört. Und danach erfolgt Harmagedon. Der Kampf zwischen Gottes Heer und den ungläubigen Menschen auf der Erde. Oder solchen, die eben nicht einer speziellen christlichen Religion angehören. Nur die überleben diese Schlacht von Harmagedon, die Gott dienen und somit zur „großen Volksmenge“ gehören. Und die meisten Mitglieder der Kirche der Zeugen Jehovas sehen sich als Einzige, die Harmagedon überleben werden. Und man schaue sich die vielen Bibeltexte an, die diese Interpretation unterstützen sollen.
Nun bin ich von Natur ein neugieriger Beröerchrist. Und ich möchte mir anhand der Bibel mein eigenes Bild von Harmagedon machen. Also beginne ich in Gottes Wort über Harmagedon selbst nachzulesen. Dieses Wort Harmagedon kommt ja nur einmal in der Bibel vor:
Offenbarung 16:12-16 (ELB)
12 Und der sechste goss seine Schale aus auf den großen Strom Euphrat; und sein Wasser vertrocknete, damit der Weg der Könige von Sonnenaufgang her bereitet wurde.
13 Und ich sah aus dem Mund des Drachen und aus dem Mund des Tieres und aus dem Mund des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, wie Frösche;
14 denn es sind Geister von Dämonen, die Zeichen tun, die ausziehen zu den Königen des ganzen Erdkreises, sie zu versammeln zu dem Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen.
15 – Siehe, ich komme wie ein Dieb. Glückselig, der wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt umhergehe und man nicht seine Schande sehe!
16 Und er versammelte sie an den Ort, der auf Hebräisch Harmagedon heißt.
Das erste, was mir beim Lesen auffällt, ist die Nummerierung der Schalen des Grimmes Gottes. Harmagedon ist die sechste Schale. Anders bei einem der sieben Siegel, weiß man bei den Siegeln nicht, welches Siegel gerade gebrochen wurde. War es das Mittlere, das zweite von links oder das am rechten Rand. Wenn also die Schalen des Grimmes Gottes nummeriert sind, so muss die Reihenfolge ganz wichtig sein, damit sichergestellt ist, dass man sie nicht vertauscht. Gut, Also das Versammeln der Könige am Berg von Megiddo ist die „sechste“ Schale.
Doch ich bin ein neugieriger Mensch und stelle mir die Frage, ob nach Harmagedon noch eine siebte Schale folgt. Und so lese ich in der Offenbarung weiter:
Offenbarung 16:17-21 (ELB)
17 Und der siebente goss seine Schale aus in die Luft; und es kam eine laute Stimme aus dem Tempel vom Thron her, die sprach: Es ist geschehen.
18 Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner; und ein großes Erdbeben geschah, desgleichen nicht geschehen ist, seitdem ein Mensch auf der Erde war, ein so gewaltiges, so großes Erdbeben.
19 Und die große Stadt wurde in drei Teile gespalten, und die Städte der Nationen fielen, und der großen Stadt Babylon wurde vor Gott gedacht, ihr den Kelch des Weines des Grimmes seines Zornes zu geben.
20 Und jede Insel verschwand, und Berge wurden nicht gefunden.
21 Und ein großer Hagel, wie zentnerschwer, fälltaus dem Himmel auf die Menschen nieder; und die Menschen lästerten Gottwegen der Plage des Hagels, denn seine Plage ist sehr groß.
Das erste, was einem Bibelleser ins Auge sticht ist die Tatsache, dass es nachdem Zeitabschnitt von Harmagedon, also der sechsten Schale, Babylon noch gibtund sie in Harmagedon (sechste Schale) weder angegriffen wurde noch zerstörtwurde. Und wenn in diesem siebten Zeitabschnitt Babylon von Seiten des wildenTieres mittels des Willen Gottes gedacht wird (Off. 17:16-18), gibt es auchnach dieser Sache Menschen, die Gott lästern wegen der Plagen.
Also Moment! Da kann doch etwas mit der Bibel erklärenden Interpretation vonJehovas Zeugen nicht stimmen. Die behaupten doch, dass zuerst Babylon angegriffenund zerstört wird. Das dieses der Auftakt zu Harmagedon ist. Und erst nach demAngriff auf Babylon Harmagedon beginnt, die Schlacht Gottes mit der Menschheit.Moment, wie war das noch einmal mit dem einfachen Zählen von 1 bis 7? 1 2 3 4 57 6? Da stimmt doch was nicht! Da ist was faul im Staate Dänemark, wiees William Shakespeare schrieb.
Also muss ich mich auf die Bibel verlassen und deren Wort zur Findung derWahrheit benutzen. Auf JW.ORG finde ich daoffensichtlich nicht die Wahrheit. Wenn etwas in der Offenbarung nummeriertwurde, so dient es mir dazu die Dinge in eine zeitliche Reihenfolge zu bringen.Zuerst Harmagedon, das versammeln der Könige am Berg von Megiddo. Und danachdas Gedenken der Gräueltaten von Babylon der Großen, der großen Stadt. Unddanach sind immer noch Menschen am Leben, die Gott lästern.
Was ist dann Harmagedon? Der Untergang der Welt? Oder haben die Filmemacher undauch die Zeugen Jehovas da etwas total falsch verstanden. Haben da etwas miteinanderverwechselt. Vielleicht haben sie Harmagedon mit dem Großen Krieg des TagesGottes bei Beginn der 1000 Jahre verwechselt. Das sind zwei ganzunterschiedliche Dinge. Und auch zeitlich unterschiedlich, bewiesen durch dieNummerierung in der Offenbarung.
Der Krieg bricht also nach Harmagedon, dem Versammeln am Berg von Meggido aus.Aber wer wird in diesem Krieg sein Leben für immer verlieren? In den Feuerseegeworfen, wo es kein Zurück mehr geben wird? Und da kommt mir die Antwort ausder Offenbarung des Johannes in den Sinn. Man kann die Antwort auf diese Fragebuchstäblich ablesen:
Off. 20:19-20
19 Und ich sah das wilde Tier und die Könige der Erde und ihre Heereversammelt, um Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferd sitzt, und mit seinemHeer.
20 Und das wilde Tier wurde gefasst und mit ihm der falsche Prophet,der vor ihm die Zeichen tat, durch die er die irreführte, welche dasKennzeichen des wilden Tieres empfingen, und die, die seinem Bild Anbetungdarbringen. Noch lebendig wurden sie beide in den Feuersee geschleudert, dermit Schwefel brennt.
Aha, also nur zwei Dinge werden fürimmer ab diesem Zeitpunktverschwinden: Das wilde Tier und derfalsche Prophet. Dann hoffen wir mal, dass niemand der von den hierLesenden etwas Falsches im Namen Gottes prophezeit hat. Und eines ist nun fürmich durch diesen Bibeltext ganz klar; Die Heere und die Könige sindversammelt, bevor es zur Schlacht zu Beginn der 1000 Jahre mit Jesus kommt.Also ist das vorherige Versammeln am Berg von Megiddo (Harmagedon) zeitlich einMuss, bevor es zum wirklichen Kampf kommen kann. Harmagedon ist dieVorbedingung für den Kampf, der ausgetragen wird.
Und was geschieht mit den Übrigen? Gibt es überhaupt Übrige? Also nach demKrieg zum Anfang der 1000 Jahren? Die Bibel sagt es mir, dass es auch nochÜbrige gibt, die nicht in den Feuersee geworfen werden:
Off. 20:21 (NWÜ)
21 Die ÜBRIGEN aber wurden mit dem langen Schwert getötet, das ausdem Mund dessen hervorging, der auf dem Pferd saß. Und alle Vögel wurden vonihren Fleischteilen gesättigt.
Also gibt es ÜBRIGE! Interessant finde ich die Aussage, dass die Übrigen zwar getötet werden, aber nicht in den Feuersee geworfen werden. Also nichts Unumkehrbares. Und da bemerke ich gerade, dass in der Offenbarung, wenn Jesus und sein Schwert erwähnt werden, dieses Schwert niemals von seiner Seite in seiner Hand liegt. Es kommt immer aus seinem Mund. Seinem Mund? Worte wie Schwertstiche. „Du bist momentan für mich tot! Arbeite an dir. Es besteht noch Hoffnung, denn du bist nicht im Feuersee.“
Das würde bedeuten, dass es nach dem Krieg zu Beginn der 1000 Jahre es noch Menschen gibt, die zwar in den Augen Gottes nicht leben, oder das ewige Leben erreicht haben, aber trotzdem atmen, existieren und herumlaufen. Also in den Augen Gottes und Jesu tot sind, wie auch Adam in den Augen Gottes tot war, bevor er physisch verstorben ist.
Gibt es für diese Annahme evtl. Bibelstellen, dass es die weltlichen Nationen auch nach dem ersten Krieg zu Beginn des Königreiches noch gibt? Und da kommen mir wieder Bibelstellen in den Sinn:
Off. 22:1-3 (NWÜ)
Und er zeigte mir einen Strom von Wasser des Lebens, klar wie Kristall, der vom Thron Gottes und des Lammes aus hinab floss.
2 in der Mitte ihrer breiten Straße. Und diesseits des Stromes und jenseits
[standen]
Bäume des Lebens, die zwölf Fruchternten hervorbringen, indem sie jeden Monat ihre Früchte geben. Und die Blätter der Bäume [dienten] zur Heilung der NATIONEN.
3 Und es wird keinen Fluch mehr geben, sondern der Thron Gottes und des Lammes wird in [der Stadt] sein, und seine Sklaven werden ihm heiligen Dienst darbringen.
Also das letzte Kapitel der Offenbarung und der Bibel sagt hier ganz klar, dass es die Nationen noch geben wird, wenn es keinen Fluch von Seiten Gottes mehr gibt. Wie heißt es im Kapitel zuvor:
Off. 21:3, 4 (NWÜ)
Dann hörte ich eine laute Stimme vom Thron her sagen: „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker (Mehrzahl = Nationen) sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein.
4 Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.“
Bis hierhin ist für mich als Beröerchrist, der anhand der Bibel prüft, ob gewisse Interpretationen von Kirchen richtig sind, eines ganz klar geworden:
Was da auf JW.ORG alsWahrheit über Harmagedon gelehrt wird, kannnicht stimmen. Erst kommt Harmagedon. Dann wird Babylon der Großen durchdas wilde Tier gedacht. Nach der Zahl fünf folgt die sechs , und nicht die Zahlsieben. Ganz egal, wie logisch es sich erstmals anhört. 1 2 3 4 5 6 7, so istdas einfache ein mal eins. Und erstdanach kommt der erste Krieg Gottes am Anfang der 1000 Jahre mit dem wildenTier und dem falschen Propheten. Und in diesem Krieg werden lediglich das wilde Tier und der falscheProphet für immer beseitigt. Nicht die ÜBRIGEN, die NATIONEN. Die sindweiterhin noch da. Aber unter der Macht des Königreiches, um was wir imVaterunser beten. Oder wie sagt es Jes. 2:4, aus der NWÜ zitiert:
4 Und er wird gewiß Rechtsprechen unter den Nationen und die Dinge richtigstellen hinsichtlich vielerVölker. Und sie werden IHRE Schwerter zu Pflugscharen schmieden müssenund IHRE Speere zu Winzermessern. Nation wird nicht gegen Nation [das]Schwert erheben, auch werden sie den Krieg nicht mehr lernen.
Also kein Massaker an der Menschheit am ersten Krieg des Königreiches, das aufunabsehbare Zeit bestehen wird. Keine 8 Milliarden Tote an diesem Zeitpunkt.Also auch keine Angst vor diesem Tag. Und bitte nicht diesen Tag des Beginnsmit Harmagedon verwechseln. Harmagedon ist erst die Vorbedingung, diegeschaffen werden muss, damit alles Übrige geschehen kann. Harmagedon ist nurdie Versammlung von Menschen, die Könige sein könnten, sich aber gegen Gottentschieden haben. Harmagedon ist kein Zeitpunkt, sondern ein Ort desVersammelns. Am Berg von Megiddo.
Was ist nun Harmagedon? Wer ist es? Wie bringt Harmagedon alles in Gang? Lebenwir bereits in Harmagedon? Sind die Könige bereits an diesem Berg versammelt?Und wir haben es vielleicht nicht verstanden? Sind die versammelten Königemenschliche Herrscher, oder Personen, die eine himmlische Königschaft inAussicht gestellt wurde? Welche Bibelstellen findet man noch zum Wort Megiddo?Sind das immer nur positive?
All diese Fragen sollte ein weiterer Artikel klären: Was ist Harmagedon. Aber eins sollte hier ganz klar biblischbewiesen sein, dass sich niemand, auchniemand aus den Nationen, die nicht an Gott glauben, vor Harmagedon zu fürchtenbraucht. Harmagedon, bzw. der erste Krieg am Anfang der 1000 Jahre ist keinMassaker an der Menschheit, wo fast alle getötet werden, bis auf ein paarMenschen, die sich einer speziellen Kirche zugehörig fühlen. Ich würde michfreuen, wenn die Lesenden sich auch den zweiten Artikel durchlesen und biblischgenau prüfen.
Autor: RBM
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„Du bist schon frei“ (Gedicht von Andy Nightingale) Du musst nicht knien, du musst nicht flehn, kein Opfer bringt dir Gottes Segen. Er sieht dich an – ganz ohne Schein, und spricht: „Du darfst einfach leben!“ Die Ketten, die du trägst, sind schwer, doch nicht aus Eisen, nicht aus Stein. Sie sind aus alten Worten her, die flüstern: „Du bist nicht mehr rein.“ Doch hör genau hin, still und sacht, der Wind erzählt von Gottes Macht: „Er liebt dich mehr, als du je weißt, weil du sein Kind auf ewig heißt.“ Leg ab die Last, die dir die Welt als Pflicht und Schuld ins Herz gestellt. Du bist nicht schlecht – du bist geliebt, weit mehr, als deine Angst dir gibt. Steh auf, geh deinen Lebensweg, ohne Angst, ohne Reu. Denn wer in Liebe lebt und singt, der ist schon frei – ganz ohne Scheu. Und wenn der Tag dir dunkel scheint, und Hoffnung leise von dir weicht, dann trägt dich Jesu treue Hand, bis neues Licht dein Herz erreicht. Sein Kreuz erzählt: Du bist geliebt, kein Weg ist ihm für dich zu weit. Er ruft dich sanft bei deinem Namen und geht mit dir durch jede Zeit. Drum geh im Frieden Schritt für Schritt, denn Jesus geht beständig mit. Sein Herz ist offen, stark und weit, es trägt dich durch die Dunkelheit.

Von Elohim zu Jehova * Die Entwicklung des Gottesbildes von der Genesis bis zum Neuen Testament Auszug aus dem Buch „Jehova der Möchtegern Gott“ Jehova ist ein Konstrukt aus dem Tetragramm YHWH* Einleitung In den Tiefen der alten Schriften finden wir nicht nur Geschichten, sondern auch Spuren einer faszinierenden Entwicklung – der Entwicklung eines Gottesbildes, das sich über Jahrtausende geformt, verändert und entfaltet hat. Von der majestätischen Schöpfung im ersten Kapitel der Genesis bis zur liebevollen Vaterfigur im Neuen Testament spannt sich ein Bogen, der die menschliche Suche nach dem Göttlichen widerspiegelt. Dieser Vortrag lädt Sie ein, mit detektivischem Blick und offenem Geist diese Entwicklung zu erkunden. Wir werden die Texte nicht nur lesen, sondern sie hinterfragen, Widersprüche entdecken und mit Erkenntnissen aus der modernen Forschung verbinden. Dabei begegnen wir Figuren wie Elohim , dem universellen Schöpfer, und Jehova , einem Gott mit menschlichen Zügen, der als Demiurg*(*Erklärung siehe 2.1) interpretiert werden kann. Schließlich führt uns die Reise zu Jesus und seiner revolutionären Gottesvorstellung. Unser Ziel ist es, die Schichten der Überlieferungen zu durchdringen und ein tieferes Verständnis davon zu gewinnen, wie sich das Bild Gottes in der Bibel entfaltet – eine Geschichte, die zugleich eine Geschichte der Menschheit ist. Kapitel 1: Die Schöpfung in der Genesis – Zwei Welten, zwei Götter Die Genesis, das erste Buch der Bibel, eröffnet mit einer kraftvollen Aussage: „Im Anfang schuf Gott (hebräisch Elohim) Himmel und Erde.“ (Genesis 1,1) Hier begegnet uns Elohim , ein Name, der zwar im Plural steht, aber oft als Singular für den höchsten Gott verwendet wird. Elohim ist der Schöpfer der Welt, der in sieben Tagen das Universum formt. Licht und Dunkelheit, Himmel und Erde, Pflanzen und Tiere entstehen auf seine göttliche Anordnung hin. Am Ende des sechsten Tages blickt Elohim auf sein Werk und sieht, dass es „sehr gut“ ist. Die Schöpfung ist vollkommen, harmonisch und frei von Leid. Doch schon im nächsten Kapitel verändert sich die Perspektive. Plötzlich tritt ein neuer Gott auf die Bühne: Jehova , oft übersetzt als „der HERR“. Die Erzählung wechselt in Ton und Stil. Jehova formt den Menschen nicht aus dem Nichts, sondern aus Erde vom Ackerboden. Er haucht ihm den Lebensodem ein, setzt ihn in einen Garten, gibt Gebote und warnt vor dem Verzehr einer verbotenen Frucht. Die Welt wird persönlicher, menschlicher – aber auch komplizierter. Hier beginnt die sogenannte „zweite Schöpfung“, in der Jehova als Gott der Gebote, Strafen und menschlichen Schwächen erscheint. Die Unschuld weicht der Scham , die Freiheit der Angst . Adam und Eva erkennen ihre Nacktheit, fühlen sich plötzlich beschämt, obwohl sie zuvor ohne Kleidung und ohne Scham lebten. Jehova kleidet sie in Felle – ein merkwürdiger Akt, der mehr über den Charakter dieses Gottes verrät, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Diese zwei Schöpfungsberichte stehen in einem spannenden Verhältnis zueinander. Während Elohim die Welt als „sehr gut“ erschafft , bringt Jehova eine Welt des Konflikts, der Strafe und der Begrenzung hervor. Die Frage, die sich stellt, lautet: Sind das zwei unterschiedliche Gottesvorstellungen, die hier nebeneinander existieren? Und wenn ja, was sagt uns das über das Gottesbild in der Bibel? Feststellungen von Kapitel 1: Elohim erschafft eine perfekte, harmonische Welt. Jehova bringt eine menschlichere, aber auch fehlerbehaftete Welt hervor. Die beiden Schöpfungsberichte spiegeln unterschiedliche theologische und kulturelle Perspektiven wider. Die „zweite Schöpfung“ führt zu Fragen über die Natur und den Charakter von Jehova. Kapitel 2: Jehova – Der Demiurg und Mondgott in Geschichte und Mythos Nachdem wir im ersten Kapitel die zwei unterschiedlichen Schöpfungsberichte der Genesis kennengelernt haben, widmen wir uns nun dem Charakter von Jehova, dem Gott, der in der zweiten Schöpfungsgeschichte auftritt. Seine Eigenschaften, Handlungen und die kulturellen Hintergründe werfen ein neues Licht auf das Gottesbild der Bibel. 2.1 Jehova als Demiurg – Der „Schöpfer“ der materiellen Welt!? In den gnostischen Schriften, insbesondere den Nag-Hammadi-Texten, wird der Begriff Demiurg verwendet, um ein Wesen zu beschreiben, das die materielle Welt erschafft, jedoch nicht der höchste Gott ist. Der Demiurg ist ein begrenztes, manchmal sogar fehlgeleitetes Wesen, das sich fälschlicherweise als der wahre Gott ausgibt. Viele Forscher sehen in Jehova genau dieses Wesen. Im Alten Testament zeigt sich Jehova als ein Gott mit menschlichen Zügen: eifersüchtig, strafend, manchmal zornig, der Opfer verlangt und Macht über Leben und Tod ausübt. Er schafft die Welt der materiellen Begrenzung, der Gesetze und der Strafen. Diese Sicht passt zu der Rolle des Demiurgen, der in der gnostischen Kosmologie die physische Welt formt, die als unvollkommen und leidvoll verstanden wird. Jehova ist somit nicht der transzendente, allmächtige Gott, sondern ein „Handwerker“ oder „Baumeister“ einer Welt, die nicht die vollkommene göttliche Schöpfung ist, -sondern die auf ihr aufbaut. 2.2 Jehova als Mondgott – Ein Blick in die antike Religionsgeschichte Historisch betrachtet lässt sich Jehova mit dem ägyptischen Mondgott Iah in Verbindung bringen. Der Name „Jehova“ weist phonetische Ähnlichkeiten auf, und der Mond spielte in vielen Kulturen eine zentrale Rolle als Symbol für Zyklen, Geheimnisse und Wandel – Eigenschaften, die auch Jehova zugeschrieben werden. Der Mondkalender, der in der jüdischen Tradition eine wichtige Rolle spielt, steht im Gegensatz zum Sonnenkalender, der eher mit dem universellen Schöpfergott Elohim assoziiert wird . Die Einführung des Mondkalenders durch Jehova kann als ein Symbol für den Wechsel von einer klaren, lichtvollen Ordnung zu einem mysteriösen, zyklischen und kontrollierenden System verstanden werden. In der antiken Welt war der Mond oft mit der Zeit, der Fruchtbarkeit und auch mit geheimnisvollen Kräften verbunden. Jehova als Mondgott spiegelt diese Aspekte wider und verdeutlicht seine Rolle als Gott, der die Menschen in einem System von Zyklen und Opfern hält. 2.3 Opferkult und Kontrolle – Fleischopfer als Machtsymbol Ein weiterer wichtiger Aspekt von Jehovas Wirken ist seine Vorliebe für Fleischopfer. Während in der ersten Schöpfungserzählung von Elohim eine vegane Welt beschrieben wird, in der Pflanzen die Nahrung aller Lebewesen sind, bevorzugt Jehova im Alten Testament Tieropfer. Diese Verschiebung ist nicht nur theologisch bedeutsam, sondern auch ein Ausdruck von Kontrolle. Fleischopfer erfordern Zucht, Schlachtung und Rituale, die Menschen an Priester und Tempel binden. Sie schaffen eine Abhängigkeit von religiösen Institutionen und stärken die Machtstruktur, die Jehova repräsentiert. Das Fleischopfer wird so zu einem Symbol für die materielle Welt, in der Leben und Tod, Schuld und Sühne zentrale Rollen spielen – ein System, das Jehova etabliert hat. Fragen zu Kapitel 2 die jeder sich stellen kann: Warum wird Jehova in der gnostischen Tradition als Demiurg verstanden – ein begrenztes, fehlgeleitetes Wesen, das die materielle Welt erschafft? Historisch lässt sich Jehova mit dem ägyptischen Mondgott Iah verbinden, was seine Rolle als Gott der Zyklen und Geheimnisse unterstreicht. Warum der Zusammenhang zu Ägypten? Die Einführung des Mondkalenders und die Bevorzugung von Fleischopfern sind Ausdruck eines Systems der Kontrolle und Abhängigkeit . Braucht dies ein wahrer allmächtiger Gott? Jehova ist somit ein Gott mit menschlichen Zügen, der sich von dem transzendenten Elohim unterscheidet. Überdenke nochmals die gewaltigen Unterschiede. Kapitel 3: Die gnostische Perspektive – Jehova in den Nag-Hammadi-Schriften Die Nag-Hammadi-Schriften , eine Sammlung frühchristlicher und gnostischer Texte, bieten eine faszinierende alternative Sicht auf die biblischen Erzählungen und insbesondere auf die Figur des Gottes des Alten Testaments, Jehova. Sie helfen uns, das komplexe Bild von Jehova zu vertiefen und seine Rolle in der spirituellen Kosmologie zu verstehen. 3.1 Was ist Gnosis? Der Begriff „Gnosis“ bedeutet „Erkenntnis“ oder „Wissen“ und bezieht sich auf eine religiöse Bewegung, die im 2. und 3. Jahrhundert nach Christus aufblühte. Die Gnostiker suchten eine tiefere, mystische Erkenntnis der göttlichen Wahrheit, die jenseits der äußeren religiösen Formen lag. Im Zentrum ihrer Lehren stand die Vorstellung, dass die materielle Welt nicht von einem vollkommenen Gott geschaffen wurde, sondern von einem niederen Wesen, dem Demiurgen. Die wahre göttliche Wirklichkeit sei transzendent und geistig, weit entfernt von der fehlerhaften materiellen Welt. 3.2 Der Demiurg in den Nag-Hammadi-Schriften In Texten wie dem „Apokryphon des Johannes“ und der „Hypostase der Archonten“ wird der Demiurg als ein selbstherrliches, unwissendes Wesen beschrieben, das die materielle Welt erschafft und dabei glaubt, der einzige Gott zu sein. Sein Name ist oft Jaldabaoth oder Saklas („der Tor“), und er wird von einer Gruppe von Archonten (niederen Engeln) unterstützt, die die Menschen in Unwissenheit und Gefangenschaft halten. Die Parallelen zu Jehova sind auffällig: Der Demiurg ist eifersüchtig und stolz. Er erschafft die Welt aus Unwissenheit, nicht aus Liebe. Er beansprucht, der einzige Gott zu sein, obwohl es eine höhere göttliche Realität gibt. Er täuscht die Menschen und hält sie von der wahren Erkenntnis fern. 3.3 Die materielle Welt als Gefängnis Für die Gnostiker ist die materielle Welt ein Ort der Gefangenschaft für die göttliche Seele. Die Schöpfung des „Jehova“ ist unvollkommen und leidvoll, und die Aufgabe des spirituellen Suchers ist es, durch Gnosis – die Erkenntnis der wahren göttlichen Welt – die Befreiung zu erlangen. Diese Sichtweise erklärt viele der Widersprüche und Härten im Alten Testament als Ausdruck eines begrenzten, fehlgeleiteten Gottes, der nicht die letzte Wahrheit repräsentiert. 3.4 Die Rolle von Jesus und dem Neuen Testament Im Gegensatz zu Jehova steht für die Gnostiker die wahre göttliche Offenbarung, die durch Jesus vermittelt wird. Jesus wird als derjenige gesehen, der die Menschen durch seine Lehren und sein Opfer von der Macht des pseudo Gottes Jehova befreit und ihnen den Zugang zur wahren göttlichen Wirklichkeit ermöglicht. Das Neue Testament, insbesondere die Briefe und Evangelien, betont die Liebe, Gnade und persönliche Beziehung zu Gott – Aspekte, die im Alten Testament oft zugunsten von Gesetz, Strafe und Opfer zurücktreten. Fakten zum Nachdenken im Kapitel 3: Die Nag-Hammadi-Schriften beschreiben J ehova als Demiurg, ein begrenztes, selbstherrliches Wesen, das die materielle Welt erschuf. Die materielle Welt ist ein Gefängnis für die göttliche Seele, geschaffen aus Unwissenheit und Eifersucht. Die wahre göttliche Realität ist transzendent und geistig, jenseits des Demiurgen. Jesus wird als Befreier von der Macht des Demiurgen dargestellt, der den Zugang zur wahren Erkenntnis ermöglicht. Diese gnostische Perspektive bietet eine tiefgründige Erklärung für die Widersprüche und Härten im Alten Testament. Kapitel 4: Jesus und das Neue Testament – Die Offenbarung des wahren Gottes Nachdem wir die komplexe Rolle von Jehova als Demiurg und die gnostische Sichtweise kennengelernt haben, wenden wir uns nun dem Neuen Testament zu. Hier begegnen wir einer ganz anderen Gottesvorstellung – einer, die Liebe, Gnade und persönliche Beziehung in den Mittelpunkt stellt. 4.1 Das Gottesbild im Neuen Testament Im Neuen Testament wird der Name Jehova nicht verwendet . Stattdessen dominieren Begriffe wie „Vater“ (Abba) , „Gott“ (Theos) und „Herr“ (Kyrios) . Diese Bezeichnungen spiegeln eine tiefere, persönlichere Beziehung zwischen Gott und Mensch wider. Jesus spricht Gott als seinen Vater an und fordert seine Jünger auf, dasselbe zu tun. Diese Vaterbeziehung ist geprägt von Nähe, Liebe und Vergebung – ein deutlicher Bruch mit dem strafenden und distanzierten Bild von Jehova im Alten Testament. 4.2 Jesus als Offenbarer des wahren Gottes Jesus präsentiert sich als derjenige, der die wahre Natur Gottes offenbart. Seine Botschaft ist radikal: Gott ist Liebe (1. Johannes 4,8), und diese Liebe ist für alle Menschen zugänglich, unabhängig von Gesetz und Opfer. Er kritisiert die religiösen Autoritäten seiner Zeit, die das Gesetz des Demiurgen hochhalten, und zeigt stattdessen den Weg zur Befreiung durch Gnade und Vertrauen. 4.3 Die Stunde des Todes – Kein Ruf nach Jehova Ein besonders bemerkenswerter Moment ist Jesu Ausruf am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Matthäus 27,46) Jesus ruft hier nicht den Namen Jehova aus, sondern verwendet eine Anrufung, die auf eine tiefere, persönliche Beziehung zu Gott hinweist. Dies unterstreicht, dass Jesus nicht den Gott des Alten Testaments als höchste Wirklichkeit ansieht, sondern den transzendenten, liebenden Vater. 4.4 Das Neue Testament als theologische Revolution Die Briefe des Paulus und die Apostelgeschichte zeigen, wie die frühe Gemeinde das Gottesbild Jesu weiterentwickelt hat. Sie betonen die Befreiung von der Knechtschaft des Gesetzes und die Aufnahme in eine neue Gemeinschaft durch den Geist Gottes. Diese Entwicklung markiert eine theologische Revolution, die das alte System Jehovas überwindet und die wahre göttliche Wirklichkeit in den Vordergrund stellt. Plausible Fakten in Kapitel 4: Das Neue Testament verwendet andere Gottesnamen und betont die persönliche Vaterbeziehung. Jesus offenbart Gott als Liebe und fordert eine neue, befreiende Beziehung. Am Kreuz ruft Jesus nicht Jehova, sondern seinen Vater an, was die Distanz zum alten Gottesbild zeigt. Die frühe Kirche entwickelt diese Sicht weiter und stellt die Gnade über das Gesetz. Das Neue Testament steht für eine Befreiung vom System des Demiurgen und die Offenbarung des wahren Gottes. Kapitel 5: Synthese und Schlussfolgerungen – Die Entschlüsselung des biblischen Gottesbildes In den vorangegangenen Kapiteln haben wir eine faszinierende Reise unternommen: Von der perfekten Schöpfung durch Elohim in der Genesis über die Einführung eines begrenzten, kontrollierenden Gottes Jehova als Demiurg bis hin zur revolutionären Gottesvorstellung Jesu und des Neuen Testaments. Nun ist es an der Zeit, die Puzzleteile zusammenzufügen und die großen Linien dieser Entwicklung zu erkennen. Was sagt uns diese Analyse über die biblischen Texte, über die menschliche Suche nach Gott und über die Bedeutung dieser Erkenntnisse für uns heute? 5.1 Die Zweiteilung der Schöpfung: Elohim und Jehova Die Genesis präsentiert uns zwei völlig unterschiedliche Schöpfungsberichte , die nebeneinanderstehen: Elohim (Genesis 1) Jehova (Genesis 2–3) Universeller, transzendenter Schöpfergott. Begrenzter, persönlicher Gott mit menschlichen Zügen. Erschaffung einer perfekten, harmonischen Welt. Erschaffung einer materiellen, leidvollen Welt. Keine Opfer, keine Gesetze, keine Strafe. Einführung von Geboten, Opfern und Strafen. Licht und Ordnung dominieren. Dunkelheit, Geheimnis und Kontrolle prägen. Was bedeutet diese Dualität? Sie spiegelt möglicherweise zwei theologische Strömungen wider, die in der frühen israelitischen Religion existierten: Eine universelle, spirituelle Tradition (Elohim), die an einen transzendenten Gott glaubte. Eine lokale, kultische Tradition (Jehova), die einen Gott der Gesetze, Opfer und Kontrolle verehrte. Die spätere Überlagerung dieser Traditionen führte zu einem monotheistischen System , in dem Jehova als der einzige Gott dargestellt wurde – obwohl seine Eigenschaften eher denen eines Demiurgen entsprechen. 5.2 Jehova– Ein archaisches Gottesbild Die Analyse von Jehovas Eigenschaften und Handlungen zeigt, dass er kein allmächtiger, gütiger Schöpfergott ist, sondern ein begrenztes, eifersüchtiges und strafendes Wesen , das die materielle Welt formt und auf der perfekten konzipierten Schöpfung des Elohim seinen Charakter überstülpen möchte. Seine Rolle als Scheingott – ein Konzept, das aus den gnostischen Schriften stammt – bietet eine plausible Erklärung für diese Widersprüche: Jehova erschafft die materielle Welt, auf der vollkommenen Schöpfung Elohim, die für die Gnostiker ein Ort der Unvollkommenheit und des Leidens geworden ist. Er etabliert ein System von Opfern, Gesetzen und Strafen , das die Menschen in Abhängigkeit hält. Er beansprucht, der einzige Gott zu sein, obwohl es eine höhere göttliche Realität gibt. Warum wurde Jehova trotzdem zum „einzigen Gott“ erhoben? Politische und kulturelle Entwicklungen: Die josianische Reform (7. Jh. v. Chr.) zentralisierte den Kult in Jerusalem und eliminierte andere Götter – darunter auch mögliche Partnerinnen von Jehova wie Aschera . Macht der Priesterkaste: Die Priester hatten ein Interesse daran, Jehova als den einzigen Gott zu etablieren, um ihre eigene Macht zu stärken. Kulturelle Anpassung: Die Israeliten übernahmen lokale Gottheiten und formten sie um – Jehova wurde zum „nationalen Gott“ Israels. 5.3 Die gnostische Perspektive – Eine Alternative oder eine Bestätigung? Die gnostischen Schriften bieten eine radikale Alternative zum traditionellen Gottesbild: Sie sehen die materielle Welt als Gefängnis der Seele , erschaffen von einem unwissenden Wesen, dass sich als allmächtig fühlt. Sie betonen die spirituelle Befreiung durch Gnosis – die Erkenntnis der wahren göttlichen Wirklichkeit. Sie deuten Jehova als Symbol für ein begrenztes, fehlerhaftes Wesen , das die Menschen in Unwissenheit hält. Diese Sichtweise bestätigt unsere Analyse: Jehovas Verhalten im Alten Testament passt nicht zu einem allmächtigen, guten Gott. D ie materielle Welt ist voller Leid, Schmerz und Ungerechtigkeit geworden – ein Zeichen für ihre Begrenztheit. Die Botschaft Jesu und des Neuen Testaments bietet eine Befreiung von diesem System hin zu einer höheren, liebevollen Gottesvorstellung. 5.4 Jesus und die Überwindung des Systems das durch Jehova erstellt wurde Jesus steht in einem klaren Kontrast zu Jehova : Er betont die Liebe und Gnade statt Gesetz und Strafe . Er ruft Gott als „Vater“ an – eine persönliche, liebevolle Beziehung. Er lehnt Opfer ab und zeigt stattdessen Vergebung und Barmherzigkeit . Sein Tod und seine Auferstehung werden als Befreiung von der Macht des Demiurgen interpretiert. Was bedeutet das für uns? Jesus offenbart einen Gott, der jenseits von Jehova steht – einen transzendenten, liebenden Vater. Das Neue Testament zeigt, wie die frühe Gemeinde diese Botschaft weiterentwickelt hat: Gnade über Gesetz, Liebe über Strafe, Freiheit über Kontrolle. Die biblischen Texte sind kein einheitliches „Wort Gottes“ , sondern eine menschliche Suche nach dem Göttlichen , die sich über Jahrtausende entfaltet hat. 5.5 Was sagt uns das über die Bibel? Die Bibel ist kein perfektes, göttliches Buch , sondern eine Zusammenstellung von 66 * Büchern durch die römisch-katholische Kirche unter Papst Damasus 1* im Jahre 382 n. Chr. Die Buchsammlung wurde im Laufe der Jahre immer wieder unter den verschiedenen Päpsten an kirchlich-politische Gegebenheiten angepasst. Es gab: Frühe spirituelle Traditionen (Elohim), die an einen transzendenten Gott glaubten. Lokale, archaische Gottesvorstellungen (Jehova), die sich aus kulturellen und politischen Entwicklungen speisen. Eine theologische Revolution (Jesus und das NT), die das alte System überwindet. Die zentrale Botschaft: Die Bibel ist kein statisches Werk , sondern ein Zeugnis des Ringens um Gotteserkenntnis . Sie zeigt uns, wie Menschen in verschiedenen Epochen Gott verstanden haben – und wie sich dieses Verständnis weiterentwickelt hat. Die wahre Botschaft der Bibel liegt nicht in den äußeren Formen (Opfer, Gesetze, Strafen), sondern in der inneren Erkenntnis Gottes als Liebe und Licht . (NT) 5.6 Die Bedeutung für uns heute Diese Erkenntnisse haben tiefgreifende Konsequenzen für unser heutiges Gottesbild und unser Verständnis von Religion: Religion ist kein starres Dogma, sondern ein lebendiger Prozess. Die Bibel lehrt uns, dass Gott nicht in starren Regeln und Opfern zu finden ist, sondern in Liebe, Freiheit und persönlicher Beziehung . 2. Kritisches Denken ist essenziell. Wir sollten die biblischen Texte nicht blind verehren , sondern hinterfragen und verstehen . Die Geschichte zeigt, dass sich Gottesvorstellungen wandeln – und das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von menschlicher Suche nach Wahrheit . 3. Spirituelle Befreiung statt religiöser Kontrolle. Die Botschaft Jesu erinnert uns daran, dass wahre Spiritualität nicht in äußeren Ritualen, sondern in innerer Erkenntnis und Liebe liegt. 4. Respekt vor anderen Glaubenswegen. Wenn jeder Mensch eine eigene Lebenslinie und Herausforderungen hat, dann verdienen auch andere Glaubensrichtungen Verständnis und Respekt . Die wahre Größe liegt nicht im Bekehren, sondern im Austausch und in der gemeinsamen Suche nach Wahrheit . 5.7 Offene Fragen und Ausblick Natürlich wirft unsere Analyse auch neue Fragen auf: Gibt es historische Belege für Elohim als universellen Gott? Wie erklärt die traditionelle Theologie die Widersprüche zwischen Jehova und dem Neuen Testament? Was können wir aus anderen Kulturen und Religionen über die Entwicklung von Gottesvorstellungen lernen? Wie lässt sich meine eigene Sichtweise mit anderen Meinungen verbinden? Diese Fragen laden uns ein, weiterzuforschen und uns mit der Vielfalt des Glaubens auseinanderzusetzen. Vielleicht ist die wichtigste Erkenntnis: Die Suche nach Gott ist kein Ziel, sondern ein Weg – ein Weg, der uns immer wieder herausfordert, zu fragen, zu hinterfragen und zu wachsen. Schlussgedanken – Einladung zur eigenen Suche Am Ende dieser Reise stehen wir vor einer grundlegenden Frage: Wer ist Gott wirklich? Die Antwort liegt nicht in einem Namen, nicht in einem Dogma, nicht in einem Buch – sondern in der eigenen spirituellen Erfahrung . Die Bibel, die gnostischen Schriften, die Lehren Jesu – sie alle sind Werkzeuge , die uns helfen können, diesen Weg zu gehen. Doch der wahre Gott entzieht sich jeder festen Definition. Er ist Licht, Liebe, Freiheit und unendliche Möglichkeiten . Dafür steht der wahre Schöpfer. Das ist das Hauptwesen Gottes: Liebe . Vielleicht ist das die tiefste Botschaft dieser Analyse: Gott ist kein Wesen, das wir besitzen oder kontrollieren können. Gott ist die Sehnsucht nach dem Ewigen, die in uns allen lebt. Der wahre Schöpfergott ist EL und nicht Jehova. Zusammenfassung des letzten Kapitels 5: Die Genesis zeigt zwei unterschiedliche Gottesvorstellungen: Elohim (transzendent) und Jehova (Demiurg). Jehovas Eigenschaften deuten darauf hin, dass er ein begrenztes, kontrollierendes Wesen ist – ein Demiurg. Die gnostischen Schriften bestätigen diese Sichtweise und bieten eine Alternative der spirituellen Befreiung . Jesus und das Neue Testament zeigen einen radikalen Bruch mit dem alten System und offenbaren Gott als Liebe und Vater . Die Bibel ist eine Zusammenstellung mehrerer Schriften und kein perfektes Buch , sondern ein menschliches Zeugnis der Gotteserkenntnis. Für uns heute bedeutet das: Spirituelle Freiheit, kritisches Denken und Respekt vor anderen Glaubenswegen. Epilog: Die Reise geht weiter Diese Analyse ist nur ein erster Schritt auf einer langen Reise. Die biblischen Texte, die gnostischen Schriften und die Lehren Jesu laden uns ein, weiterzuforschen, zu hinterfragen und uns auf die Suche nach dem Göttlichen zu begeben. Vielleicht ist das größte Geschenk dieser Erkenntnis: Wir sind nicht gefangen in einem System der Kontrolle oder Strafe. Wir sind frei, Gott auf unsere Weise zu suchen – mit Herz, Verstand und Seele. Für mich waren es vor allem die Schriften des Neuen Testaments, die Lehre und das Leben Jesu, die mich wachsen ließen. In Ihm liegt der Weg und das Ziel. Mein Schlussgedanke: Dieser Artikel soll nicht den persönlichen Glauben des Gläubigen infrage stellen, sondern zum Nachdenken anregen und historische sowie archäologische Forschung einbeziehen. Das kann den Horizont erweitern und sogar den Glauben an einen persönlichen Gott stärken, der sich uns als liebender Vater offenbart. Autor: Andy Nightingale , Juni 2026 Literatur- und Quellenverzeichnis Bibel: Genesis, Exodus, Evangelien, Briefe des Paulus Gnostische Schriften: Apokryphon des Johannes, Hypostase der Archonten, Thomasevangelium Fachliteratur: Richard Elliott Friedman: Wer schrieb die Bibel? Elaine Pagels: Die Gnostischen Evangelien Jan Assmann: Moses der Ägypter Samael Aun Weor: Die Mysterien der Genesis Online-Quellen: Theologische Lexika, archäologische Studien * Der Name Jehova (auch Jahwe oder JHWH) ist eine fehlende direkte Ableitung aus dem hebräischen Tetragramm YHWH (יהוה). Hier die kurze Erklärung: YHWH ist der eigentliche, unaussprechliche Name Gottes im Alten Testament, der sich selbst als “Ich bin, der ich bin” (Exodus 3,14) offenbart. Die Vokalisation “Jehova” entstand durch eine kombinierte Lesart: Die Juden vermieden es, den Namen auszusprechen, und lasen stattdessen Adonai (“Mein Herr”) statt YHWH. Später kombinierten christliche Gelehrte (ab dem Mittelalter) die Konsonanten YHWH mit den Vokalen von Adonai (a, o, a) und formten so den Kunstnamen “JeHoVa” (oder “Jahwe”). Korrekter ist eigentlich: JHWH (transliteriert) oder Jahwe (wenn man die hebräische Aussprache annähert). Der Name Jehova ist also eine historisch gewachsene, aber fehlerhafte Konstruktion , die weder der ursprünglichen hebräischen Aussprache noch der jüdischen Tradition entspricht. ** (Die Zahl 6 bedeutet unvollkommen und menschlich.-sogar nach dem NT) *** Papst Damasus I. (366–384 n. Chr.) stand in der Kritik, weil er bei seiner Wahl gegen seinen Konkurrenten Ursinus mit Gewalt und Bestechung durchsetzte. Er wurde beschuldigt, eine Schlägerei in Rom zu verantworten, bei der über 100 Menschen starben. Damasus diente vor allem der römischen Kirche und sich selbst, indem er die Macht der Bischofskirche in Rom stärkte und den biblischen Kanon vorantrieb. Seine Politik war oft von Nepotismus und politischen Allianzen geprägt, um seinen Einfluss zu sichern.

"ENTSCHEIDUNGSHILFE FÜR ZEUGEN JEHOVAS" Bruder Bruno.M. hielt es für wichtig als langjähriger Zeuge Jehovas eine Entscheidungshilfe zu veröffentlichen die seine öffentlichen Briefe an die Wachtturm Gesellschaft nochmals zusammenfasst. https://www.bruderinfo.com/loyaler-90-jaehriger-zeuge-jehovas-ermahnt-ernstlich-die-leitende-koerperschaft Er wollte das seine Glaubensgeschwister erkennen das es wichtig ist sich für Jesus zu entscheiden und nicht für einen "Sklaven" der sich selbst als treu und verständig darstellt. Er fragte auch ob es wichtiger ist einem "Sklaven" zu folgen oder Jesus ? Hier ist der Text aus Galater 5,1 in der Hoffnung für Alle (HFA) : „Christus hat uns die Freiheit geschenkt, damit wir wirklich frei leben können. Steht also fest in dieser Freiheit und lasst euch nicht wieder in ein neues Sklavenjoch spannen!“ Es war seine feste Meinung und Überzeugung das auch andere Zeugen Jehovas die Möglichkeit haben alles anhand der Schriften zu überprüfen. Und nun die Lehren die er anhand der Bibel überprüft hat und seiner Meinung nach auch für andere wichtig sind. :

